Was ist eine GCLID?
GCLID steht für Google CLick IDentifier und bezeichnet einen Tracking-Parameter, der von Google verwendet wird, um Informationen zwischen den Plattformen zu synchronisieren – üblicherweise zwischen Google Analytics 4 und Google Ads.
Bei jedem Anzeigenklick fügt Google einen automatisch generierten Parameter (kein Code!) an die Ziel-URL der Landingpage hinzu.
Dadurch können diese Infos dann nach dem Klick an Google übermittelt werden.
Ein paar der Informationen, die GCLID mit Google teilt:
- Einzigartige Kennung
- Kampagnenzuordnung
- Tracking der Conversions
- Integration mit Google Analytics 4
- Infos zur Fehlerbehebung
- Kampagnendetails wie Keywords, Medium, Landingpage, etc.
Diese Informationen, die durch die GCLID übermittelt werden, können für verschiedene wichtige Optimierungen von Google Ads-Kampagnen genutzt werden.
Wie sieht eine GCLID in Echt aus?
Für eine unserer Landingpages würde das Ganze so aussehen:
Normale URL
https://blog.bach-gruber.de/google-ads-agentur
URL mit GCLID
https://blog.bach-gruber.de/google-ads-agentur?gclid=ABCDEFG123456
Die GCLID ist also eine random Zahl aus Buchstaben, Zahlen, Groß- und Kleinschreibung.
Welchen Einfluss hatte iOS14 auf die GCLID?
Laut Apples ATT-Richtlinien sendet Google nun KEINE GCLID-Parameter mehr an den iOS-Datenverkehr.
Das gilt für verschiedenste Google Apps – hier findet ihr die gesamte Richtlinien-Ankündigung.
Die fehlenden GCLID-Parameter haben natürlich negative Auswirkungen auf das Conversion Tracking.
Sowohl Online Conversions (Google Analytics 4 Conversion Tracking als auch Google Ads Conversion Tracking) als auch die Offline Conversion Tracking leidet darunter.
Wer Facebook Ads geschaltet hat, dürfte damals ja mitbekommen haben, wie sich das iOS Update in den Ad Accounts niedergeschlagen hat. Die Facebook Ads Welt war im wahrsten Sinne nicht mehr die gleiche.
Mit dieser Einführung von iOS14+ hat Apple neue Datenschutzrichtlinien eingeführt, die das Tracking und die Identifizierung von Nutzern erschweren. Dies hat auch dazu geführt, dass traditionelle Tracking-Methoden wie GCLID weniger effektiv oder eben gar nicht mehr nutzbar sind.
Gibt es eine Alternative?
WBRAID und GBRAID Parameter
WBRAID und GBRAID sind Parameter, die von Google eingeführt wurden, um das Conversion-Tracking in einer datenschutzfreundlicheren Art und Weise zu ermöglichen. Insbesondere für iOS14+ und dem verstärkten Fokus auf Datenschutz.
In GA4 können sie manchmal als bezahlte Suche oder CPC erkannt werden (oder auch Paid Search, je nach Kanalzuordnung).
Diese Parameter arbeiten jedoch mit modellierten Conversions, um die Genauigkeit des Trackings von iOS-Traffic zu erhöhen.
Definition von WBRAID und GBRAID
WBRAID (Web Braid)
Dieser Parameter wird für Web-Conversions verwendet und dient als Ersatz für den GCLID in Fällen, in denen das herkömmliche Tracking nicht möglich ist, beispielsweise aufgrund von Datenschutzbeschränkungen.
GBRAID (Google Braid)
GBRAID wiederum gilt nur für App-Conversions und plattformübergreifende Conversions. Ähnlich wie sein oben genannter Kollege WBRAID ist dieser Parameter dafür gedacht, Conversion-Daten zu übermitteln, während gleichzeitig die Datenschutzanforderungen eingehalten werden können.
Zusammenfassung:
- WBRAID → Web-zu-App
- GBRAID → App-zu-App
Datenschutzunterschied zur GCLID
Ok, es gibt neue Parameter, aber inwiefern sind diese neuen Parameter jetzt ATT-konform und die Google GCLID nicht?
Die neuen Parameter arbeiten mit modellierten Online-Conversions (Googles AI). Das bedeutet, dass die Conversions jetzt nicht einem einzelnen, identifizierbaren Nutzer zuordnen, sondern einen ganzheitlichen Report darstellen.
Datenaggregation, Anonymisierung von Daten (Hashing) und ein Data-Cut-Out (manche Daten werden nicht übergeben) sollen sicherstellen, dass das Verhalten über mehrere Websites hinweg nicht auf einen einzelnen Nutzer zurückgeführt werden kann.
Das ATT von Apple sagt danke.
💡 Pro-Tipp: Dieses Conversion Modeling stützt sich rein auf trainierte Modelle und ist, wie die meisten neuen Datenfunktionen von Google zu Beginn, eher leistungsschwach. Google wird seine Modelle weiter und weiter trainieren, um die Wahrscheinlichkeit und Vorhersagbarkeit von Conversions anhand von aggregierten Daten besser vorhersagen zu können.
Dazu dienen vor allem Gerätetypen, Browser, Standort usw.
In einer offiziellen Deklaration von Googles C-Suite musste sogar statuiert werden, dass Google keine alternativen Identifikatoren erstellen wird, um Einzelpersonen beim Browsing im Web zu verfolgen, sobald die Cookies von Drittanbietern abgeschafft werden.
Wer sollte diese Parameter als GCLID-Ersatz nutzen?
Meiner Meinung nach eigentlich jeder Marketer oder Onlineshop, der gerade mit Attribution der Werbekanäle zu kämpfen hat. Jede Google Ads Werbekampagne, die ein Onlineshop laufen hat, folgt einem Ziel oder Zweck.
Brand Awareness, Impressions, Add to Carts, Purchases, Newsletter Subscriber etc.
Ohne genaues Conversion Tracking für Ads wird es aber ein bisschen schwierig. Ja es gibt Tools, die es einem abnehmen oder ermöglichen, aber nicht immer werden dabei korrekte 1st-Party-Daten erhoben. Viele Tools funktionieren noch nur mit Cookie-basierter Attribution.
Aktuell besitzen etwa 37% der deutschen Smartphone-Besitzer ein iOS-Gerät (iPhone). Der Marktanteil an nicht trackbarem Traffic läge damit von Natur aus bei etwa 15–25%.
💡 Pro-Tipp: Wenn die Tracking-Ungenauigkeiten (z. B. Channel-Überlapp) prozentual kleiner sind als der Anteil der iOS User in eurer erreichten Zielgruppe, solltet ihr euch konkret Gedanken machen. Denn dann wird die Verbesserung dadurch zum größeren Hebel für eure Tracking-Präzision.
Also bereitet euch vor. Was bei iOS 14 mit Facebook Ads passiert ist, wird auch bei Google Ads passieren.



