Die zunehmende Ablehnung von 3rd-Party-Cookies aufgrund des Google Consent Mode V2 bedeutet kurzum, dass ihr versuchen solltet, so viele 1st-Party-Daten wie möglich in Google Ads einzuspeisen.
Im Q3 2024 wird Google Analytics 4 keine Cookies von Drittanbietern mehr verwenden oder akzeptieren. Einer der besten Wege, den Smart-Bidding-Algorithmus mit besseren Daten (1st-Party-Daten) zu trainieren, ist das Hochladen einer Customer Match Liste.
Let's dive in.
Was ist eine Customer Match List in Google Ads?
Eine Customer Match List (engl. für "Kundenabgleichsliste") ist ein Targeting-Tool, welches in Google Ads Accounts hochgeladen werden kann.
Solche Listen mit Kundeninformationen wie Email, Name, Telefonnummer etc. ermöglichen es Onlineshops deren Kundenlisten im Google Interface mit Google Usern abzugleichen. Daher der Name. Kundenabgleichsliste.
In Google Ads selbst findet ihr eure Customer Match Listen unter dem Punkt "Audience Manager" über das Menü.

Der Inhalt dieser Liste sind quasi Kundenprofile (vorrangig Email Adressen) mit denen Google Ads dann überprüfen kann, ob diese zu einem existenten Chrome Profil passen.
"Ah, diese Email ist ein Käufer dieses Onlineshops gewesen, na also in meinem Portfolio habe ich noch 53.125 andere Emails die ein ähnliches Userverhalten haben. Schalte ich also am besten mal Anzeigen dafür."
Aus Googles Sicht macht es das quasi leichter, Ad Klicks zu generieren, aus Onlineshop Sicht allerdings ebenfalls. Ziel einer Customer Match List ist es nämlich, ähnliche User entsprechend der Zielgruppe zu finden, zu identifizieren und über Ads ansprechen zu können.
Jede Customer Match List hat eine bestimmte, sogenannte "Match Rate". Also der prozentuale Anteil an Emails, die nach dem Hochladen auch von Google erkannt wurden.

Im Beispiel seht ihr eine von uns aufgereinigte und hochgeladene Customer Match List mit einer Match Rate von 99%, die immer noch gültig, aktuell und konstant groß ist.
💡 Pro-Tipp: Je höher diese Match Rate, desto besser für die Kampagnenaussteuerung. Google schätzt die Größe der Audience bei gleichbleibender Audience Qualität (Match Rate).
Wie bekomme ich eine Customer Match List?
Kurze Antwort: Im Backend des Onlineshops selbst.
Längere Antwort: Jedes Business hat üblicherweise ein CRM oder ein Tool, in dem Kundenkontakte gepflegt sind. Im Fall eines Onlineshops sind das die Plattformen der Shopsysteme selbst.
Shopify, WooCommerce, Shopware, Magento, JTL, Salesforce Commerce Cloud etc. haben alle einen Zugang zu den Kundenlisten im Backend. Dort könnt ihr die Kundendaten als CSV, XLSX, Google Sheet oder sonstiges herunterladen und anschließend formatieren.
Customer Match List in Google Ads hochladen
Ich zeige euch einmal am Beispiel von Shopify, wie ihr eine Customer Match Liste erstellen und in Google Ads hochladen könnt. Es geht aber auch mit jedem anderen Ecommerce Shopsystem wie WooCommerce, Magento, Shopware 5, Shopware 6, JTL etc.
1. Kundensegment filtern
In der linken Seite im Shopify Backend findet ihr die Sektion zu Kundendaten.

Das ist der magische Ort, an dem alle Kundeninformationen gefiltert werden können. Um diese Kundendaten für Google Ads nutzbar zu machen braucht ihr ein Segment.
Das Segment, welches wir hochladen wollen sind "Kunden" – also alle Personen, die in einem beliebigen Zeitraum X in eurem Onlineshop zu Käufern geworden sind. Über die Segmentierung könnt ihr diesen Filter in Shopify einstellen.

Durch die Filtereinstellung "number_of_orders > 0" sortiert ihr alle Nicht-Kunden aus. Family, Friends, Email Subscriber etc. zählen nicht zum aktiven Kundensegment.
💡 Pro-Tipp: Wenn ihr mehrere Google Ads Konten besitzt für verschiedene Länder, lohnt es sich noch die Kunden nach Ländern zu sortieren. Die Filtereinstellung ist dafür customer_countries CONTAINS 'DE'.
2. Customer Match List exportieren
Klickt dazu einfach in das gespeicherte Segment und wählt die Export-Option aus.
Achtet auf die Einstellungen:
- Fields Included: Customer Tags UND Customer Metafields
- File Format: CSV for Excel, Numbers etc.

Klickt auf "export customers" und stellt sicher, dass die Zeilen im File auch den exportierten Kunden entsprechen. Das File bekommt ihr als .zip Version an eure Email geliefert.
3. Customer Match List formatieren
Die einfachste Möglichkeit eure Customer Match List Google-gerecht zu formatieren ist mit Google Drive.
Schritt 1 – File hochladen: Wählt den File Upload in Google Drive aus.

Schritt 2 – File als Google Sheet öffnen: Über das 3-Punkte-Menü eure CSV Datei als Google Sheet öffnen lassen.

Schritt 3 – Formatierung überprüfen: Stellt sicher, dass nur die wichtigsten Informationen für Google im File enthalten sind.

Klickt nun noch File → Download → Comma Separated Values – und fertig. Jetzt habt ihr ein Google-gerechtes, hochladbares File.
4. Customer Match List in Google Ads hochladen
Begebt euch zum Google Ads Account, klickt auf Tools & Einstellungen (1), dann Zielgruppenverwaltung (2) und fügt eine Customer List (3) hinzu.

Folgende Optionen habt ihr auf der Übersichts-Seite:
- Segment-Name: Wählt einen beschreibenden Namen, z.B. "Customer Match List Shopify - 202X-XX-XX"
- Customer-Type: "Purchase" auswählen
- Data Type: Email auswählen
- Data to upload: File aus dem Download Ordner auswählen
- Membership duration: Am besten OHNE Ablaufdatum

Nach dem Upload bekommt ihr ein Fenster, das die Match Rate (Matching Qualität) in % angibt. Je besser die Profilabdeckung, desto höher wird eure Match Rate sein.
💡 Pro-Tipp: App Engagement wird NICHT supported mit regulären Customer Match Listen. Hierfür braucht es andere Formate wie Firebase Audiences. Diese Profile werden nicht notwendigerweise Cross-Device oder Cross-Plattform übergeben.
Klaviyo Customer Match List in Google Ads verwenden
Um diese ganze manuelle Sortierarbeit nicht zu leisten, gibt es eine Abkürzung für alle, die mit Klaviyo Email Marketing arbeiten.
Begebt euch dazu in Klaviyo und klickt unten links auf die Übersicht (1), dann Integrations (2) und sucht nach der Integration Google Ads (3). Hier könnt ihr über den Google Email Account euren Google Ads Account verknüpfen und alle Kundendaten in API Geschwindigkeit übertragen.

Geschätzte Dauer für die Einrichtung der Integration – etwa 10 Minuten, inklusive Einloggen und Co.



