Google Ads Kosten senken sollte auf der Agenda jedes Unternehmens stehen, denn die Marketing Kosten werden direkt vom aktiven Cashflow genommen.
Oftmals sehen wir in verschiedenen Marktsituationen und Unternehmen, dass Marketing Spend runter gedreht wird, um "Kosten zu senken". Es geht schnell und die Einsparung ist direkt messbar.
Dass es aber eigentlich praktischer wäre, MEHR in Marketing zu investieren oder besser, wird oft nicht beachtet. Weniger Werbekosten sorgen meist nur für weniger Umsatz und eine erhöhte Not, mehr zu sparen ...
Anstatt also einfach weniger Geld in Marketing zu stecken möchten wir euch unsere top Tipps zeigen, um eure UNNÖTIGEN Google Ads Kosten senken zu können, anstatt generell Budget zu senken. Dadurch steigt die Effizienz, nicht die Sparrate.
Google ist bekannt für kleine Tweaks und Updates, um das UX im Backend von Google Ads so aussehen zu lassen, dass ihr euer Werbebudget "besser" ausgebt und mehr Conversions erzielt. Alleine schon das "Upgrade" von Exact Match Keywords zu Broad Match oder anderen.
1. Automatische Einstellungen in Google Ads
Google verwendet viele automatisierte Einstellungen, um euren Geldbeuteln noch ein paar Werbe-€ zu entlocken. Den wichtigsten Einstellungspunkt findet ihr in den sogenannten AARs in den jeweiligen Kampagnen.
Das sind die Auto-Applied-Recommendations – also von Google selbst gegebene Empfehlungen, die automatisch übernommen werden. Entweder nach einer gewissen Zeit, basierend auf den Account-Einstellungen oder sonstiges.
Diese Einstellungen findet ihr in jeder Kampagne einzeln im Backend von Google Ads.

Unter dem MCC oder unter den Kampagnen kommt ihr zu diesem Menüpunkt. Es gibt insgesamt 22 Einstellungen.
💡 Pro-Tipp: Schaltet alle Empfehlungen aus und nehmt die Budgetverwaltung in eigene Hände. Nicht unbedingt nur, weil es dann besser gemanagt ist, sondern auch damit Google nicht von alleine wieder irgendwas dazu nehmen darf.
Zusätzlich könnt ihr auf MCC-Level (wenn ihr mehrere Accounts besitzt oder betreut), noch die Automatisierungen ausschalten, mit einer eigenen Einstellung.
Geht dazu unter: MCC → Sub-Account Settings → Account auswählen → Edit

Etwas versteckt, aber genauso wichtig. Schaltet diese Ad-Suggestions auf "Off" – sonst darf Google hier ebenfalls wieder Veränderungen vornehmen.
2. Mobile Exclusion Liste erstellen
Wer Performance Max, Smart Shopping, Dynamic Remarketing oder sonstige Display Assets ausstrahlt wird mit diesem Punkt die Google Ads Kosten senken können.
Eine historisch einfach nicht profitable Platzierung für Werbung sind Mobile App Placements.
Sei es Remarketing, Video Ads oder sonstiges – diese Placements erscheinen meist in mobile Games und Spieleapps. Insgesamt gibt es davon 140 Stück.
Diese Einstellung findet sich unter: Tools → Shared Library → Exclusion List → Placement Exclusion List.

Google lässt zwar zu, dass man alle 140 App Kategorien ausschließen kann, jedoch müssen diese manuell angeklickt werden.
Jede. Einzelne. Kategorie. Das dauert ungefähr 5-10 Minuten, je nach Klickgeschwindigkeit.
Warum macht Google das? 3 mal dürft ihr raten.
Alles was es erleichtert Geld auszugeben, wird erleichtert. Alles was die Google Ads Kosten senken würde, wird erschwert.
3. Search- und Displaynetzwerk trennen
In jeder Suchkampagne gibt es die Einstellung für Suchnetzwerk, Displaynetzwerk und Suchpartner.

Wenn ihr eine neue Kampagne erstellt, sind diese extra Netzwerke meist standardmäßig ausgewählt. Selbst wenn ihr es abwählt, springt das Häkchen teilweise zurück und muss separat abgewählt werden.
💡 Pro-Tipp: Stellt beide extra Netzwerke ab. Erfahrungsgemäß haben die Netzwerke keinen positiven Einfluss. Display Traffic ist eine ganz andere Intention und kann über Suchanzeigen gar nicht bedient werden.
Wenn ihr euer gesamtes Kampagnenbudget (z.B. 200€ am Tag) alleine im Google Suchnetzwerk ausgeben könnt, dann macht das. Versucht erstmal das reguläre Budget profitabel zu bekommen.
4. Google Ads nach Zeitplan aussteuern
Ebenfalls in jeder Kampagne vorhanden ist die Möglichkeit eines Anzeigen-Zeitplans. Ihr könnt also eure Kampagnen nur zu bestimmten Zeiten Anzeigen lassen.
Alternativ könnt ihr ebenfalls zu bestimmten Zeiten Gebotsanpassungen vornehmen.
Ihr könnt also Google Ads konkret sagen, um 15-17 Uhr möchte ich 20% mehr bieten, weil hier erfahrungsgemäß mehr Traffic passiert.
Beispielsweise sehen wir in unseren Accounts immer wieder, dass die erfolgreichsten Zeiten für Ads generell zwischen 10-14 Uhr liegen.
Wann genau ihr welche Anpassungen vornehmen solltet, könnt ihr dem Stundenreport in Google Ads entnehmen.

Zugegeben, das klappt besser bei etwas größeren Accounts, weil mehr Daten vorhanden sind. Dennoch können besonders kleinere Accounts ihre Google Ads Kosten senken mit dem gleichen Prinzip.
5. Wählt die richtige Gebotsstrategie aus
Die richtige Gebotsstrategie ist absolut essenziell, um Google Ads Kosten senken zu können und Budget einzusparen.
Wie oben in den AARs erwähnt, mischt auch hier Google mit und versucht bestimmte Strategien als "besser" darzustellen. Allen voran der ROAS (Maximize Conversion Value) mit einem hinterlegten Zielwert.
Aber: Es gibt keine "beste Gebotsstrategie". Es gibt nur, was funktioniert. Eine Lektion die ich von meinem damaligen Google Ads Mentor gelernt habe:
Niemals niemals und niemals immer.
Es gibt keine Einstellung, Gebotsstrategie oder Hack der immer funktioniert. Und es gibt kein Szenario, welches niemals funktioniert. Alles hängt vom individuellen Moment ab und der Situation in der sich euer Google Ads Account befindet.
💡 Pro-Tipp: Wenn ihr Änderungen vornehmt, geht nicht nach Schema F vor, sondern achtet auf eure individuelle Situation. Auch "exotische" Gebotsstrategien wie optimieren auf Search Impression Share kann ab und zu die richtige sein.
6. Versteckte Einstellungen bei der Targetierung
Wieder ein schönes Beispiel, wie Google versucht, euch mehr Marketingspend aus den Rippen zu leiern.
Jede Kampagne benötigt die Angabe, wo Werbung ausgestrahlt werden soll. In welchem Land, Region, Umkreis oder Stadt. Diese Option ist nur auf Kampagnenlevel verfügbar.

Jedoch gibt es noch ein kleines Drop-Down Menü mit "Location Options". In diesem Menü habt ihr 2 weitere Einstellungsmöglichkeiten:
- Presence or Interest
- Presence

Von Google wird klar "presence or interest" empfohlen. Das heißt, wenn ich Werbung in Deutschland ausstrahlen will, dass auch jemand aus den USA meine Werbung sehen kann.
💡 Pro-Tipp: Stellt die Location Optionen auf "Presence". Damit stellt ihr sicher, dass die Werbung nur in den von euch gewünschten Regionen ausgestrahlt wird.
7. Negative Keywords hinzufügen
So offensichtlich – so unterbewertet.
In Zeiten von PMax, Automatisierung und AI wird alles dem Algorithmus überlassen und kaum noch Zeit in manuelle Bearbeitung gesteckt. Immer häufiger sehen wir Google Ads Accounts ohne negative Keywords Listen, Brand Exclusions oder Keyword-Sculpting.
Betrachtet ihr euren Account über einen Zeithorizont von 90-180 Tagen, dann werden wir bestimmt Keywords entdecken, die nicht zum Wachstum beigetragen haben.
💡 Pro-Tipp: Geht mindestens 1 mal pro Monat eure aktiven Kampagnen durch, um mögliche Potenziale zu entdecken.
Diese Überprüfungen könnten so aussehen:
- Keywords mit >50 Klicks aber keinen Conversions
- Single Keywords mit >200 Impressionen ohne Klick
- Profitabilitäts Vergleich von Exact Match vs. Broad Match Keywords
8. Sauberes Conversion Tracking
Auch hier, absolute Basics. Ein sauberes Conversion Tracking.
Damit ihr eure Google Ads Kosten senken könnt, gibt es wohl keinen besseren Tipp als ein akkurates Tracking. Fehlentscheidungen werden getroffen basierend auf Datenlage A und eigentlich richtig wäre Datenlage B.
Dazu kommt, dass Daten auf verschiedene Art und Weise interpretiert werden können. Nur weil es mehr Umsatz gibt, heißt es noch lange nicht, dass es gut ist.
Als einer der am meisten missachteten Punkte ist ein präzises Tracking das absolute A und O für Google Ads und Performance Marketing.
💡 Pro-Tipp: Schaut in euer Conversion Tracking rein. Geht durch eure Daten und stellt fest ob ihr ein Daten-Problem habt. Verunreinigung, fehlende Daten, zu viele Daten, falsche Daten – all das stört eure Kampagnen Performance.


