Wer einen gesperrten Google Ads Account hat, kann definitiv keine Werbung schalten. Und das ist für die meisten Werbetreibenden sehr ärgerlich.
Gerade bei Policy Verstößen wie Compromised Site gibt es keine wirkliche Schritt-für-Schritt Anleitung, um diese Fehler zu beheben. Oft bedient man sich Foren oder irgendwelcher Google Hilfe Anleitungen.
Aufgrund aktueller Gegebenheiten haben wir in unserem Agentur Alltag den Fehler in einem Google Ads Account gehabt. Diese Schritte sind wir durchgegangen, um den Fehler Compromised Site wieder zu lösen (der betroffene Ad Account ist eine Hotel Website).
Welche Policy Verstöße gibt es bei Google Ads?
Es gibt die verschiedensten Policy Probleme bei Google Ads. Tatsächlich häufiger als man möchte. Ein paar der wichtigsten / häufigsten Probleme:
(1) Malicious Software
Google Ads werden abgelehnt, wenn Google Malware oder unerwünschte Software auf der Zielseite entdeckt wird. Das umfasst auch toxische Umleitungen oder teil-automatisierte Downloads ohne Zustimmung des Users.
(2) Sensitive Content
Werbeanzeigen, die aus sensiblen oder tragischen Ereignissen Kapital schlagen, werden strikt abgelehnt. Dies betrifft insbesondere Anzeigen in Krisenzeiten.
(3) Falschdarstellung von Inhalten
Ads, die den Nutzern Inhalte versprechen, die nicht mit dem tatsächlichen Ziel übereinstimmen, werden geblockt. Häufig im Glücksspiel anzutreffen.
(4) Gefährliche Produkte oder Dienstleistungen
Werbung für Produkte, die als gefährlich gelten (z.B. Waffen, Drogen), ist strikt verboten.
(5) Unangemessene Inhalte
Inhalte, die obszön, beleidigend oder diskriminierend sind, verstoßen gegen die Richtlinien.
(6) Eingeschränkte Inhalte und Funktionen
Manche Produkte wie Alkohol oder Tabak dürfen nur in bestimmten Regionen beworben werden.
(7) Wiederholte Verstöße
Häufige Verstöße führen zu "Account Strikes" – euer Konto kann vorübergehend oder dauerhaft gesperrt werden. Dies ist besonders toxisch, da auch weitere Erstellungen von Google Ads Accounts im gleichen MCC sofort zu Sperrungen führen.
Der Fehler "Compromised Site" in Google Ads zählt zur Kategorie "Malicious Software" (1).
Was bedeutet der Fehler Compromised Site in Google Ads?

Der Fehler ist hierbei in einer Performance Max Kampagne aufgetreten. Betroffen waren die Assets und Extensions der PMax.
Der "Compromised Site" Fehler bedeutet: Google vermutet, dass die zu bewerbende Website eventuell gehackt wurde oder schadhafte Inhalte oder Software enthält.
Wie löst man den Compromised Site Issue in Google Ads auf?
Es kommt ein bisschen auf die Art der Ablehnung an, beziehungsweise, wann der Fehler aufgetreten ist. Habt ihr einen Website Relaunch hinter euch? Oder anderweitige Installationen von Software? Oder vielleicht sogar ein neues Tool ausprobiert oder einen Redirect falsch gesetzt?
1. Abgelehnte Assets überprüfen lassen
Wer abgelehnte Assets hat, kann diese über die "appeal"-Funktion überprüfen lassen. Das gilt gesondert für:
- Individuelle Assets
- Anzeigengruppen
- Ähnliche Assets der Art in der Kampagne
- Alle Assets im gesamten Google Ads Account
Nutzt diese Funktion, wenn ihr denkt, dass Google einen Fehler gemacht hat. Nach Angabe von Google Support dauert diese Überprüfung bis zu 24h.
2. Weiterhin abgelehnte Assets austauschen
Wessen Assets weiterhin abgelehnt werden, kann die betroffenen Assets einmal austauschen. Oftmals verbirgt sich pro Kampagne oder Asset-Gruppe noch ein weiterer Hinweis.

Wenn ihr die Assets ausgetauscht habt und der Fehler immer noch auftritt, versucht mal eine Asset Gruppe OHNE Assets zu erstellen. Für Shopping Ads nennt man das "Products Only" Asset Groups.
3. Google Support kontaktieren
Kommt ihr nach Schritt 2 nicht weiter, empfehlen wir den Google Ads Support im betroffenen Account zu kontaktieren.

💡 Pro-Tipp: Fragt den Support konkret danach, welche URLs oder welches Plugin auf der Website die Probleme auslöst. Denn irgendwas MUSS sich geändert haben.
Nach Kontakt mit dem Support haben wir ca. 1 Tag gewartet:

In unserem Fall war das Problem konkret Chatra. Sehr erkenntnisreich!
4. Problematische Software und Tools entfernen
Nach weiterem Nachfragen haben wir vom Support weitere Links erhalten – am Ende hatten wir eine Liste mit knapp 50 Links und URLs, die zur Detektion und Ablehnung geführt haben.
Diese Liste haben wir unserem Developer übergeben und auf der Website fixen lassen. Das hat den Fehler tatsächlich gelöst!

Insgesamt waren wir etwa 21 Tage – das sind 3 Wochen – damit beschäftigt, den Fehler zu suchen, mit dem Support zu schreiben und die technische Umsetzung zu vervollständigen.
5. Weitere Lösungen für Compromised Site
Hier sind weitere Schritte, die zur Auflösung des Fehlers führen können:
- Quellcode untersuchen – Im Quellcode können Links oder Skripte versteckt sein, die Google nicht mag.
- Plugin Check – Habt ihr neue Plugins installiert? Alte entfernt oder unvollständig?
- Header File Check – In WordPress oder Shop-Backends die Header Files auf weitere Links prüfen.
- Website Inspect für lokalen Storage – Der lokale Speicher kann ebenfalls solche Files enthalten.
- Footer Files durchsuchen – Auch in den Footer Files kann ein Link versteckt sein.
- Google Site Inspector – Der Safe Browsing Checker lässt euch individuelle URLs überprüfen.
- Screaming Frog Spider SEO – Crawler Tools helfen, kaputte oder toxische Links ausfindig zu machen.
- Google Support anrufen und nachhaken – Seid hierbei gerne aufdringlich. Euer Account bringt Google Ads Geld!



