In diesem Artikel möchte ich euch zeigen, wie ihr eine Display Remarketing Kampagne in Google Ads erstellen könnt – und zwar eine, die komplett automatisiert funktioniert.
Früher hieß das Ganze Dynamic Display Remarketing, dann hieß es mal Smart Display. Im Prinzip ist es eine Display Kampagne, die mit Feed Placements arbeitet, also benötigt ihr ein funktionierendes Google Merchant Center mit Produktfeed und sauberen Produktdaten.
Wann macht eine Dynamische Remarketing Kampagne Sinn?
Das Ganze System mit dynamischem Remarketing aufzusetzen macht vor allem dann Sinn, wenn ihr viel Standard Shopping verwendet. Wir haben hier beispielsweise einen Account, bei dem wir Search Ads verwenden, als auch Dynamic Search und Standard Shopping Kampagnen.

So wie das Setup aussieht, gibt es gerade keine Möglichkeit, ein wirkliches Remarketing über PMax zu nutzen. Da wir hier wirklich sehr viel „Raw Traffic" auf die Produktseiten schalten, sind es einigermaßen günstige Shopping-Klicks. Das ist für den Push von kaltem Traffic relativ hilfreich, aber dann macht es Sinn, eine dynamische Display-Kampagne zu erstellen.
Dynamic Remarketing + Ecommerce = Dreamteam?
Dynamische Remarketing Kampagnen sind für jeden geeignet, der spezifischen Traffic bekommt und diesen remarketen möchte. Ecommerce ist lediglich prädestiniert aufgrund von hunderten bis tausenden von Produkten, zwischen denen Remarketing-Assets geschaltet werden sollen.

Wollten wir alle Produkte bewerben und auch mit Remarketing hinterlegen, wäre es manuell unmöglich, dafür einzelne Assets zu erstellen. Und da kommt genau Google ins Spiel, mit ihrem smarten Kampagnen-Typ.
Voraussetzungen für Dynamisches Remarketing bei Google Ads
Bevor ihr eine Dynamische Remarketing Kampagne erstellen könnt, braucht ihr 2 erfüllte Voraussetzungen.
1) Ein funktionierender Remarketing Tag
Die wichtigste Funktion für dynamisches Remarketing ist, dass der Remarketing-Tag eures Conversion Trackings auch wirklich funktioniert – sprich diese Daten überträgt.
Ob ihr einen funktionierenden Remarketing Tag habt, könnt ihr unter eurem Audience Manager in Google Ads sehen. Dazu navigiert ihr zu Tools → Audience Manager → Data Sources.

Bei den Data Sources seht ihr einmal in den Google Ads Tag rein – das klappt am besten mit einem Klick auf Details.

Dann klickt ihr auf Retail und dann ist er „schon" da, der Graph mit den Remarketing Hits. In diesem Fall erkennt ihr, dass die dynamischen Remarketing Hits auch ankommen.

Ziel ist, ein sogenanntes Feed Matching zu erzielen:
- BLAU = Anzahl an Remarketing Hits, die generell erfasst werden
- ROT = BLAU + ein erfasster Feed-Key (z.B. Produktseiten-Besuch)
- GELB = ROT + ein passendes Feed-Item (das Item ist im GMC erkannt)
- GRÜN = GELB + das Item kann ausgespielt werden (ist in Kampagnen aktiv)
⚠️ Wichtig:
a) Keine Farbe sollte auf 0 stehen, weil sonst das Dynamische Remarketing nicht funktioniert.
b) Gelb und Grün sollten ähnlich groß sein → Bessere Remarketing Match Rate.
2) Eine erstellte Remarketing Audience
Ihr braucht eine Audience, die funktioniert und bei der ihr alle Besucher dabei habt. Navigiert dazu zu Tools → Shared Library → Audience Manager.


Wir wollen die Personen bespielen, die Website-Besucher sind, aber OHNE die Käufer. Um eine neue Audience zu erstellen, klickt auf das blaue Plus → Website Besucher.

Empfohlene Einstellungen für die Audience:
- 90 Tage (bei wenig Traffic gerne auch 180)
- Alle Besucher (Regel ist markiert)
- Vorgefüllte Audience für 30 Tage

Dynamische Remarketing Kampagne erstellen
Jetzt habt ihr folgende Assets im Google Ads Account: Funktionierenden Remarketing Tag und erstellte Audience über alle Website-Besucher. Als nächstes erstellt ihr eine neue Kampagne.

Als Objective wählt ihr Sales und als Typ Display Kampagne.

Empfohlene Einstellungen:
- Name: z.B. Display – Dynamic Remarketing
- Location: Deutschland
- Location Options: NICHT die Google Recommendation → stellt es auf Präsenz
- Sprachen: Deutsch und Englisch
- Dynamic Ads: WICHTIG! → Anstellen

Bei Budget und Gebotsstrategie empfehlen wir: Lasst die Kampagne auf Klicks optimieren. Bei einer Remarketing Kampagne bringen reine Impressionen nichts – wir wollen, dass die Personen nochmal klicken und zu Traffic werden.

Optimized Targeting ausstellen
Wir empfehlen, Optimized Targeting auszustellen. Warum? Weil die Performance davon typischerweise einfach absolut unterirdisch ist. Alles, was wir als Agentur bis jetzt testen konnten – bei DemandGen, bei PMax, bei Display – immer ähnliche Ergebnisse.
Optimized Targeting bedeutet, eine Zielgruppe anzusprechen, die unserer eigentlich hinterlegten Audience ähnlich ist. Bei Facebook Ads nennt man das „Lookalike Audience". Durch den Opt-Out verbessert ihr nicht nur, wofür ihr Geld ausgebt, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der der Algorithmus die Kampagne optimieren kann.

Um eure erstellte Audience zu hinterlegen, klickt auf Audience Segments → Interaktion mit eigenem Business → Eigene Datensegmente → Website-Besucher.

Als letztes könnt ihr noch die Display Assets hinzufügen: Titel, Brandname, Bilder und Beschreibungen.

💡 Pro-Tipp: Hinterlegt eure Brand-Farben (Main Color und Secondary Color) in den Asset-Einstellungen. Die Display Assets werden dann leicht gebranded ausgestrahlt – das sorgt für Konsistenz und besseres Brand-Vertrauen.
Damit sind alle Einstellungen abgeschlossen und ihr könnt die Kampagne veröffentlichen. Gebt dem Ganzen am besten 2–3 Tage eine Chance, um Impressionen zu bekommen.


