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    7 Email Marketing Flows, die jeder Onlineshop haben sollte

    Profilbild von Florens Bach
    9 Min. Lesezeit
    Email Popup der Brand GOT BAG als Beispiel für einen Welcome Flow im Email Marketing

    TL;DR

    Email Marketing Flows können bis zu 22 % des Umsatzes ausmachen – nachgewiesen mit echten Kundendaten. Die 7 wichtigsten Flows: Welcome Flow (Neukunden gewinnen), Browse Abandonment (Remarketing), Checkout Abandonment (Warenkorbabbrecher), Post Purchase (Kundenbindung), Re-Order (höherer LTV), Sunset (saubere Listen) und Product Review (Social Proof). Jeder Onlineshop sollte mindestens diese Automationen eingerichtet haben.

    Dass Email Marketing Flows ein wichtiger Bestandteil des Marketing Mix sein sollte, ist eigentlich bekannt. Als wahrscheinlich ältestes digitales Werbemedium werden jeden Tag Milliarden von Emails verschickt. Mehr als es Klicks auf Google gibt.

    In DACH gibt es viele Onlineshops, die noch ohne Email Marketing unterwegs sind. Weder mit Automationen noch mit Kampagnen. Und das obwohl es ein bewährtes Medium ist.

    Diese Gründe gegen Email Marketing hören wir ständig:

    • „In meiner Branche klappt das nicht."
    • „Ich will meine Kunden nicht nerven."
    • „Bei mir soll es keine Rabatte geben."

    Aber es funktioniert – 22 % des Umsatzes mit Email-Automationen. Hier ist der Beweis (Werkzeug-Branche):

    Klaviyo Email Marketing Backend mit circa 22 Prozent Umsatzanteil durch Automationen
    Email Marketing Account Backend von Klaviyo mit ca. 22 % Umsatz-Anteil

    Hier sind die 7 verwendeten Flows / Automationen, mit denen auch ihr Email Marketing zum Funktionieren bringen könnt.

    1. Welcome Flow für mehr Neukunden

    Der Welcome Flow ist wohl der Klassiker unter den Email Flows – man sieht ein Popup auf der Website und es wird mit einem Coupon oder Gutschein geworben, um die Email-Adresse einzusammeln.

    Und es funktioniert!

    Hier ist ein Beispiel der Marke GOT BAG, bei dem man ein Starter Set gewinnen kann, wenn man sich für den Newsletter einträgt. Üblicherweise gibt es einen %-Rabatt für Eintragungen, Gewinnspiele sind aber auch möglich.

    Email Popup der Brand GOT BAG mit Gewinnspiel für Newsletter-Anmeldung
    Email Popup der Brand GOT BAG

    Es gibt immer eine Möglichkeit, ein Goodie oder Freebie zu geben. Ist der User eingetragen, habt ihr die Chance, die Kommunikation zu eröffnen.

    Folgende Bereiche und Themen könntet ihr in eurem Welcome Flow abdecken:

    • Wofür eure Brand steht
    • Welche Produkte zur aktuellen Saison beliebt sind
    • Informationen, die jeder User haben sollte
    • Weitere Social Media Channels

    Die Logik hinter dem Welcome Flow bedeutet, dass dieses Email Popup jedem gezeigt werden kann, der NEU auf eure Website kommt.

    💡 Pro-Tipp: Setzt euer Welcome PopUp auf die durchschnittliche Time-on-Site (z.B. 45 Sekunden). Dadurch maximiert ihr die Impressionen für Personen, die evtl. gerade wieder gehen wollen. Zusätzlich könnt ihr einen Exit-Intent hinterlegen, sollten User früher abspringen wollen.

    2. Browse Abandonment als Remarketing

    Ein Email Flow für Browse Abandonment bedeutet, dass User mit einer Art Remarketing-Botschaft erneut angesprochen werden.

    Die Logik dahinter: Ich browse im Shop, kaufe aber nichts und bekomme dann aufgrund des abgebrochenen Browsens eine Email-Erinnerung.

    Denn wer in eurem Shop browst aber nichts weiter macht, braucht vielleicht nochmal einen Schubser in Richtung zurück zur Website.

    Beliebte Messages in einem Browse Abandonment Flow beinhalten verschiedene Sachen rund um Vertrauen, Social Proof, Angebote, Vorstellen weiterer oder ähnlicher Produkte etc.

    Browse Abandonment Email von bluu mit Social Proof und Bewertungen als Remarketing
    Abandonment Message von bluu mit dem Verweis auf Social Proof (Bewertungen)

    3. Checkout Abandonment als weiteres Remarketing

    Wer schon einen Schritt weiter ist als nur zu browsen, hat vielleicht schon etwas zum Warenkorb hinzugefügt. Wenn ein User mit Artikeln im Warenkorb nicht zum Käufer wird, ist das ärgerlich – es wurde schon Traffic aufgewendet, eventuell sogar mit bezahlter Werbung.

    Die Lösung? Ein sogenannter „Abandoned Checkout Flow".

    Ähnlich zum Abandoned Browse funktioniert der Flow mit der gleichen Logik – der einzige Unterschied ist, dass schon etwas in den Warenkorb gelegt wurde.

    Abandoned Checkout Flow Header von Leuchtmittelmarkt als Email Remarketing
    Header des Abandoned Checkout Flows von Leuchtmittelmarkt

    Achtet hier am besten darauf, die Versendung dieses Flows kurz nach der eigentlichen Aktion auszuführen – hier besteht direktes Kaufinteresse und ihr möchtet verhindern, dass eine andere Website vielleicht den Zuschlag bekommt.

    4. Der Post Purchase Flow

    Generell gibt es mehrere Möglichkeiten für Post Purchase Emails, eine davon ist die Danke-Nachricht. Diese kombinieren wir gerne mit den Logistik-Updates zu einem Post Purchase Flow.

    Das Ziel dahinter: Direkt nach dem Kauf bekommt der Kunde eine Email über die Kaufbestätigung.

    Step 1 – Kaufbestätigung

    Schonmal was gekauft OHNE eine Bestellbestätigung? Komisches Gefühl ... das wollt ihr euren Kunden nicht geben. Verpackt eure Botschaft am besten mit einer schönen Dankebotschaft.

    • Danke sagen!
    • Euer Einkauf bei uns bedeutet XY (z.B. 50 gesparte Plastikflaschen)
    • Damit seid ihr Teil unserer Community

    Step 2 – Updates über Lieferungen

    Kombiniert euren Danke-Flow direkt mit Updates über Bestellbestätigung, Versandzeit, Lieferdauer etc. Kunden wissen gerne Bescheid, wann was passiert.

    Step 3 – Weitere Produktinfos

    Ihr verkauft Rucksäcke oder Daunenjacken? Schickt euren Kunden Pflegehinweise. Ihr verkauft Reise-Adapter? Schickt Reise-Informationen oder News über die aktuelle Situation im Ziel-Land.

    Post Purchase Email mit Hinweis zur Zustellung an Nachbarn inklusive Adresshinterlegung
    Post Purchase Hinweis für Zustellung zu einem Nachbarn – inklusive Adresshinterlegung

    💡 Pro-Tipp: Ihr könnt Software wie z.B. Alaiko nutzen, um eure Post Purchase Nachrichten und Lieferupdates aufzuteilen. Dadurch werden komplexere Automationen möglich – Zustellung an Nachbarn, Paket wurde beschädigt etc.

    5. Ein Re-Order Flow für höheren Kundenwert

    Ihr habt ein Produkt, was man mehrfach kaufen kann? Z.B. Kaffee-Kapseln, Klebeband, Batterien oder Supplemente?

    Dann seid ihr der ideale Kandidat für einen Re-Order Flow.

    Die Logik dahinter sollte sein, dass ihr jedem Kunden euer Produkt nochmal anbieten könnt. Das klappt natürlich am besten, wenn man euer Produkt nicht nur alle 5 Jahre braucht, sondern evtl. alle 30–90 Tage.

    💡 Pro-Tipp: Seht euch eure Purchase Frequency (durchschnittliche Zeit bis zu einer 2. Bestellung) an und verschickt den Re-Order Flow dann zur durchschnittlichen Re-Order-Frequency.

    Durch einen Re-Order Flow könnt ihr den Kundenwert (LTV) deutlich steigern.

    Beispielhafte Logik für einen Re-Order Email Flow mit Zeitintervallen
    Beispielhafte Logik für einen Re-Order Flow

    Habt ihr keinen Erfahrungswert für eure Purchase Frequency, könnt ihr als Startwert für den Re-Order Flow z.B. einfach 60 Tage annehmen, oder einen Zeitraum, der für eure Produkte Sinn macht.

    6. Sunset Flow für saubere Email Listen

    Sunset steht für „Sonnenuntergang", und das bedeutet er auch. Es geht hierbei konkret darum, alte Email-Kontakte und nicht benutzte Adressen auszusortieren und die aktiven Profile im Email Account drin zu lassen.

    Die Logik dahinter: Z.B. nach 180 Tagen bekommen bis dato nicht aktive Profile eine „letzte" Erinnerungsmail. Beispielsweise mit einem Gutschein, einer netten Info oder irgendetwas, das das Engagement wieder hervorrufen kann. Wenn kein Engagement passiert, wird dieses Profil archiviert / gelöscht / unterdrückt.

    Dadurch wird die Email-Liste nicht unendlich länger, denn bei vielen Email-Tools bezahlt man nach der Anzahl an Profilen. Zusätzlich bekommt man eine saubere, aktiv gepflegte Liste für einen guten Healthscore eures Email-Tools.

    7. Email Flow für Product Reviews

    Ein großer Bestandteil, wie gut ihr auf euren Produktseiten verkaufen könnt, ist Social Proof. Da aber auf natürliche Weise die wenigsten ein Product Review hinterlassen, habt ihr mit einem Product Review Flow die Möglichkeit, danach zu fragen.

    Wenn ihr als Trigger eine „fulfilled Order" oder eine „delivered Order" benutzt, dann könnt ihr diese Automation in Gang setzen.

    💡 Pro-Tipp: Bei Shopware 6 benötigt ihr das Connector-Feld „fulfilled Order", damit der Trigger für die Email-Integration sauber funktioniert.

    Wer aktiv nach Bewertungen fragt, sorgt für einen stetigen Strom an aktuellen Meinungen zu euren Produkten.

    Beispielhafter Trigger für einen Product Review Email Flow in Klaviyo
    Beispielhafter Trigger für einen Product Review Email Flow

    FAQs zu Email Marketing Flows

    Fazit

    Email Marketing Flows haben eine einzigartige Möglichkeit, euer Business nach vorne zu bringen. Re-Engagement, höhere LTV und direkt.

    Wer seine Automationen sauber aufbaut, kann hier sehr langfristig vom bestehenden Traffic in seinem Shop profitieren. Testet eure Flows und justiert sie, wenn was nicht passen sollte. Dadurch entsteht ein sehr risikoarmer Channel für Kundenakquise und Umsatz für eure Brand.

    In diesem Sinne,
    Florens ✌🏼

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