Wann man seine Google Ads Kampagnen pausieren sollte, wird häufig diskutiert und kommt meist auf die individuelle Situation eines Unternehmens an – genau wie Conversion Tracking.
Gerade über die Feiertage kommt immer wieder die Frage auf:
Sollte ich über Weihnachten meine Google Ads Kampagnen pausieren?
Diese Fragestellung gilt nicht nur an Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern, sondern immer mehr auch an langen Wochenenden, Ferien im Betrieb, Urlaubszeiten oder extremer Saisonalität.

Unsere Ansicht ist, dass ihr im Idealfall keine Kampagnen pausieren müsst, denn wir wollen weiter Neukunden erreichen, Umsatz machen und der Welt von unseren Produkten erzählen.
Wir zeigen euch daher 6 Möglichkeiten, was ihr mit euren Google Ads anstellen könnt, ohne direkt die Kampagnen pausieren zu müssen.
1. Gebotseinstellung(en) anpassen
Jede Kampagne in Google Ads hat eine eigene Gebotsstrategie. Diese Zielausrichtung bestimmt, wie die Kampagne Anzeigen bereitstellt, welchen Usern diese gezeigt werden, wie häufig, wie lange und teilweise auch wie teuer die Klickpreise sein werden.
Eine der beliebtesten Strategien aktuell ist "Maximize Conversion Value" – mit Ziel-ROAS oder ohne, beides möglich.
Während der Feiertage oder spezieller Saisons gibt es damit eigentlich nur 2 Szenarien:
- Es ist weniger los als sonst
- Es ist mehr los als sonst
Hier ist unser Leitfaden für die beiden Szenarien:
| Kampagnen zurückfahren | Kampagnen aufdrehen | |
|---|---|---|
| Weniger los | ROAS um 30–50% anheben. Durch die strengeren Ziele wird weniger Geld ausgegeben. | ROAS um 10–30% senken. Der Algorithmus wird aggressiver bieten und mehr Marktanteile besetzen. |
| Mehr los | ROAS um 10–30% anheben. Durch etwas strengere Ziele wird weniger ausgegeben. Den Rest erledigt der stärkere Wettbewerb. | ROAS ggf. bis zur Profitabilitätsgrenze senken. Der Markt wird stärker und du musst am Ball bleiben. |
Da das für jeden Account etwas anders sein kann, nutzt auch euren eigenen Erfahrungsschatz, um die Richtung für die Saison zu beeinflussen.
Bitte beachten: "Don't go crazy." – Das Lernbudget von Google Ads Kampagnen umfasst circa 10% des Kampagnenbudgets. Ihr braucht also keine übertriebenen Anpassungen. Wir wollen dem Account lediglich einen Schubser in die richtige Richtung geben.
2. Gebotsstrategie ändern
Anstatt die Gebotsstrategie anzupassen, könnt ihr diese auch ändern.
Wann macht das Sinn? Wenn die Saisonalität zu stark ist oder ihr zu wenige Daten habt, die unter 1. genannte Möglichkeit sauber zu steuern.
Anstatt den ROAS hoch- oder runterzuschrauben könnt ihr auch einen konkreten Zielwert als tCPA (Target CPA) einstellen.
Nehmen wir an, eure Kampagnen erreichen historisch einen ROAS von 400%. Diese 400% entsprechen einem bestimmten Preis pro Conversion, dem CPA. Wenn ihr für eine Conversion 50€ bezahlt:
200€ Conversion-Wert / 50€ Cost pro Conversion = 400% ROAS.
→ Stellt eure Kampagnen auf einen Target CPA von 50€ ein.

Good to know: Diese Einstellung geht nicht bei allen Kampagnentypen. YouTube Ads können auf CPV oder CPM laufen. Die einzige Kampagne, bei der es aktuell nicht funktioniert, ist Standard Shopping – hier gibt es als Alternative lediglich Max Clicks oder einen manuellen CPC.
3. Budget anpassen
Wer seine Kampagne über die Vergangenheit hinweg sauber eingestellt und optimiert hat und damit eine Profitabilität erreicht – herzlichen Glückwunsch!
Möchtet ihr die Profitabilitätseinstellungen nicht anfassen, bleibt immer noch der Klassiker – das Budget anpassen – nach oben oder nach unten.
Sind 2 von 4 eurer Mitarbeiter in der Logistik im Urlaub, macht es Sinn, das Budget zu halbieren – oder nur auf die wichtigsten Produkte zu verlagern.

Denkt daran, dass Google trotzdem bis zu 2× das tägliche Budget pro Tag ausgeben darf – nur die 30-Tage-Regel wird dabei eingehalten.
4. Google Ads Kampagnen pausieren
Wenn ihr keine Bandbreite habt, Aufträge zu verarbeiten oder Produkte zu verschicken, macht es tatsächlich Sinn, die Kampagne zu pausieren.
Vorteile, eure Kampagne zu pausieren:
- Gespartes Werbebudget
- Keine enttäuschten Kunden wegen Lieferzeit oder fehlender Manpower
- Es kann nichts schief gehen im Ad Account

Nachteile, eine Kampagne zu pausieren:
- Gefahr der zu langen Pause – Wenn die Kampagne zu lange pausiert ist, läuft sie nicht mehr zu 100% an. Mitbewerber machen sich im Markt Platz und der Algorithmus benachteiligt euch.
- Weniger Sales nach Kampagnen-Neustart – Nicht jeder Klick ist direkt ein Verkauf. Manche Kunden brauchen mehr Zeit. Lasst die Kampagne zeitverzögert anlaufen – idealerweise so viele Tage wie eure durchschnittliche Time-to-Conversion. Das sind erfahrungsgemäß etwa 3–7 Tage.
5. Werbezeitplaner nutzen
Eine weitere Möglichkeit, die Feiertage zu überbrücken, ist der Werbezeitplaner.
Standardmäßig erstellt Google den Zeitplaner für 24/7-Bewerbung. Damit könnt ihr nicht nur über Weihnachten Geld sparen, sondern auch generell eure Ads auf die profitableren Tageszeiten ausrichten.

Zeiteinteilung: Am besten funktioniert der Werbezeitplaner, wenn ihr bereits WISST, welche Zeiten profitabel sind. Teilt dazu eure Ad Schedule in 4-Stunden-Segmente ein und beobachtet über ein paar Wochen.
6. Anpassungen über den Saisonalitäts Planer
Unter Tools → Budgets and Bidding → Adjustments findet ihr die Einstellungen für den Saisonality Planner.

Anders als für die reinen Budget-Anpassungen könnt ihr hier auch die Conversion Rate für zukünftige Ereignisse anpassen und beeinflussen. Wenn ihr eine geringere Conversion Rate erwartet aufgrund von geringerer Nachfrage, könnt ihr das hinterlegen.
Der Algorithmus beachtet dies dann bei der Kampagnenaussteuerung und kann euch Geld sparen bzw. die Profitabilität optimieren.
Bonus Tipp – Unsere Empfehlung
Als Google Ads Agentur sehen wir diese Szenarien immer öfter. Hier ist unsere vorgeschlagene Ersatz-Checkliste, wenn ihr mal Kampagnen pausieren wollt:
1) Bestellschluss / Liefergarantie kommunizieren
Wenn ihr auf der Website kommuniziert, bis wann eure Liefergarantie noch greift, dann habt ihr normalerweise keine Probleme. Wichtig ist die richtige Erwartungshaltung. Ihr kommuniziert Liefergarantie zu Weihnachten bei Bestellung bis 19. Dezember? Top, dann wird es auch über Weihnachten keine Probleme geben.
2) Bidding anpassen an erwartete Nachfrage der Vorjahre
Historische Daten im Google Ads Account helfen auch bei der Navigation. Wie war das ganze letztes Jahr? Passt euren Account mit bestem Wissen und Gewissen an das Erlebnis des Vorjahres an.
3) Anstatt Kampagnen pausieren – mit reduziertem Budget arbeiten
Versucht die Kampagnen aktiv laufen zu lassen. Gerade bei Shopping Kampagnen oder PLA Placements kann es euch sonst passieren, dass die Vielzahl an Konkurrenten euch aus den Auktionen wegdrückt.
4) Nutzt den Jahreswechsel für strategische Neusortierungen
Nutzt die besinnliche Ruhe, um euren Account fürs neue Jahr fit zu machen:
- Kampagnen Umstellungen
- Neue Tests für PMax Kampagnen
- Überarbeitung der Anzeigentexte


