Bei dir kommt die Frage auf: „Sollte ich lieber in SEO oder Google Ads investieren?"
SEO (Suchmaschinenoptimierung) und Google Ads stehen sich oft in grundlegenden Entscheidungen gegenüber. Bei beiden Ansätzen gibt es klare Vor- und Nachteile.
Keiner der beiden Kanäle garantiert Erfolg für Unternehmen, so viel sei schonmal gesagt. Aber trotzdem gibt es Faktoren, die die Chance auf Erfolg deutlich erhöhen können.
Beispiele dafür sind:
- Budget
- Unternehmensziele richtig setzen
- Verfügbarer Zeitrahmen
- Umsetzung
In diesem Blog will ich einmal beide Strategien etwas mehr im Detail erläutern, Stärken und Schwächen deutlich machen und am Ende die Frage beantworten: Welche Maßnahme sollte ich eher umsetzen, SEO oder Google Ads?
Was ist SEO?
Als SEO (Search Engine Optimization) bezeichnet man alle Techniken, Maßnahmen und Praktiken, die für Sichtbarkeit in organischen Suchergebnissen gedacht sind. Damit zielen wir konkret auf die Sichtbarkeit OHNE Anzeigen und Werbebudget ab.
Dazu gehört nicht nur das klassische Ranking bei Google, sondern auch andere Engines wie Bing, Yahoo, Yandex, DuckDuckGo, Ecosia und viele weitere.
Klar ist Google noch der Platzhirsch mit stetig wachsenden Besucherzahlen, jedoch sinkt der Marktanteil gerade etwas ab. Gerade zu Gunsten von CoPilot, ChatGPT und Perplexity.
Grundlegend versuchen wir dabei bei allen Suchmaschinen mit relevanten Inhalten die Website so zu optimieren, dass wir für die entsprechenden Inhalte gezeigt werden – weil eben Google (oder andere) uns als relevant einschätzen.
Das unumstrittene Ziel dabei? Platz 1.

Auch wenn hier trotz der organischen Suche viele Anzeigen vorhanden sind sieht man, dass Bing die GE (Generative Engine) Copilot direkt in die Suchergebnisse eingebaut hat. So soll Usern bereits zu Beginn der Suche im Netz eine relevante Umgebung geboten werden.
Was kann man bei SEO alles machen?
SEO hat im Grundprinzip 3 Bausteine:
Technisches SEO
Die wirklich rein technische Optimierung der Website. Dabei geht es darum, wie Suchmaschinen auf eurer Page selbst suchen können – und zwar nach Inhalten. Alles was diese Fähigkeit behindert, wird unter technischem SEO aufgereinigt. Von 404-Fehlern bis hin zu doppeltem Content, kaputten Bildern, interner Verlinkung, Schema Markups und und und.
On-Page SEO
Das ist der Großteil der SEO Arbeit. Qualitativen Content erstellen, der von Usern gemocht, geteilt, wiederbesucht wird. Das ist das Hauptziel. Hierzu zählen alle Content Bereiche von Meta-Daten, Blogs, Kollektionstexte, Produktbeschreibungen, Bild-Unterschriften, USP-Sektionen etc.
Off-Page SEO
Dieser magische Bereich konzentriert sich auf alle Maßnahmen außerhalb deiner Website, wie Linkbuilding und Social Signals. Qualitative Backlinks gelten dabei als ein entscheidender Faktor, um die Autorität deiner Website zu steigern. Tools wie Semrush nutzen hierfür auch eigene Maßeinheiten wie den Authority Score für Websiten.
Was braucht ihr für SEO?
Um mit SEO zu starten benötigt ihr eigentlich nur eine Google Search Console. Das ist ein Tool, mit dem ihr bei Google kostenlos einsehen könnt, wofür eure Website bereits rankt und welche Backlinks ihr eingesammelt habt.

Damit habt ihr schonmal eine gute grundlegende Messbarkeit für euren organischen Traffic über SEO bei Google.
Was sind die Vorteile von SEO?
Durch die steigenden Klick-Kosten, mit denen wir uns immer wieder konfrontiert sehen, wächst SEO immer mehr an Bedeutung. Aber die Kostenersparnis ist nicht der einzige, offensichtliche Vorteil der Suchmaschinenoptimierung.
1. Langfristige Ergebnisse
Einmal implementierte SEO-Maßnahmen können über Monate oder sogar Jahre hinweg Ergebnisse liefern, ohne dass ständig zusätzliche Kosten anfallen. Dies zeigt sich immer wieder, vor allem bei gut geschriebenen Blogposts oder Landing Page Rankings.
Wenige konzentrieren sich wirklich auf guten Content und versuchen damit Rankings zu bekommen.

2. Glaubwürdigkeit und Branding
Wer in den Top 3 platziert ist, gewinnt Vertrauen. Nicht nur weil ihr häufig entdeckt werdet und damit an Bekanntheit gewinnt.
Google rankt die Websites nach ihrer Relevanz basierend auf User Signalen. Je höher ihr für organische Suchergebnisse rankt, desto besser werdet ihr bei eurer Websiten-Relevanz eingeschätzt.
Wohingegen die CTR für Ads in einem guten Bereich mal bis zu 10–12 % erreichen kann, liegt die CTR für die Top 3 organischen Ergebnisse oftmals bei über 20 %!
3. Kosten pro Klick
Anders als bei Google Ads fallen bei SEO keine direkten Kosten für Klicks an! Sobald du eine gute Platzierung erreicht hast, generierst du kostenlosen Traffic.
Was sind die Nachteile von SEO?
Ok alles klar, die Vorteile sind toll, aber warum macht dann nicht jeder SEO? Naja, es gibt auch ein paar Nachteile der Marketing Methode.
1. Hoher Zeitaufwand
Ehrlich gesagt ... es kann schon ein paar Wochen oder Monate dauern, bis SEO-Maßnahmen Wirkung zeigen. Wie im obigen Screenshot gezeigt begann das Ranking der Page gegen Mitte April. Aber erst Mitte September (5 Monate später) waren wir auf Platz 1 mit unserem Keyword angekommen.
Diese Time-to-Market hat nicht jedes Unternehmen. Um das Keyword aus unserem Beispiel auf Platz 1 zu bringen haben wir insgesamt circa 20 Blogartikel geschrieben und die Technik sauber aufbereitet.
2. Technisch komplex
Dass SEO, bzw. Google allgemein, recht technisch ist, ist nicht verwunderlich. Alles funktioniert mit Zahlen, Algorithmen und Matrizen. Tracking-Codes und JavaScript sind Standard und Crawl- und Indexierungsfehler an der Tagesordnung. Gerade das technische SEO erfordert viel Knowhow und eine kontinuierliche Überwachung anhand bestimmter Parameter.
3. Schwankende Ergebnisse
Algorithmusänderungen. Der Schreck von jedem SEO. Bei Suchmaschinen wie Google oder Bing können deine Platzierungen plötzlich beeinflusst werden, wenn ein Update kommt. Das letzte große Google Update war vermutlich das HCU (Helpful Content Update), bei dem die Relevanz von AI Texten unter die Lupe genommen wurde.
Wer also viel mit ChatGPT und anderen Tools bloggt, könnte darunter leiden.
4. Hohe Konkurrenz
Ein-Wortige Keywords. Jeder will dafür ranken. Egal ob „hundefutter", „hundebett" oder „rucksack".
Doch gerade in diesen besonders stark umkämpften Branchen kann es schwierig sein, gute Platzierungen zu erzielen. Jeder will nach oben auf Platz 1, weshalb diese Positionen oft von Platzhirschen wie Amazon, Zalando oder sonstwem belegt sind.
Was ist Lokales SEO?
Als kurze Ergänzung will ich hier nochmal über lokales SEO sprechen. Lokales SEO ist ein spezifischer Bereich, der besonders für kleine und mittelständische Unternehmen relevant ist.
Lokales SEO konzentriert sich darauf, die Sichtbarkeit deines Business in lokalen Suchergebnissen zu erhöhen. Dies beinhaltet unter anderem:
- Google My Business: Ein optimiertes Profil ist entscheidend für lokale Rankings.
- Lokale Keywords: Search Terms wie „Google Ads Agentur Berlin" oder „Hypnosepraxis in Köln" sind ideale Beispiele.
- Kundenbewertungen: Zusätzlich zu der Profilwirkung können Bewertungen angezeigt werden. Diese positiven Bewertungen tragen erheblich zur lokalen Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit bei und verbessern damit das Gesamtbild.
📌 Anmerkung zu Lokalem SEO: Lokales SEO ist eigentlich nur eine Long Tail Strategie. Das ist auch an sich richtig, jedoch nicht für Personen, die wirklich in einem lokalen Business unterwegs sind und auf Foot Traffic angewiesen sind.
Was ist Google Ads?
Google Ads ist eine Plattform für bezahlte Werbung, bei der ihr mit eurem Unternehmen Anzeigen schalten könnt. Diese kommen dann in den Suchergebnissen über oder neben den organischen Ergebnissen vor.
Dabei wird nach dem Pay-per-Click (PPC)-Modell abgerechnet. Ihr zahlt also nur dann, wenn ein Nutzer auf eine Anzeige klickt. Das ist ein geniales Abrechnungsmodell von Google, denn die Relevanz und das Interesse beim User sind bereits mit eingepreist in den Klick.

Vorteile von Google Ads
Anders als SEO können mit der Bezahlung bei Anzeigen einige Vorteile entstehen, unter anderem diese ...
1. Schnellere Ergebnisse
Mit Google Ads bist du eigentlich sofort sichtbar. Traffic kann ab der ersten Minute nach Anzeigenschaltung auf deine Website einprasseln. Sobald die Kampagne live ist, werden also erste Kunden erreicht.
2. Vorrangige Sichtbarkeit
Wenn du Anzeigen schaltest, erscheinen diese ÜBER oder NEBEN den organischen Ergebnissen. Dadurch bist du direkt in der Aufmerksamkeitszone deiner Kundschaft. Übersehen werden geht gar nicht mehr.
3. Flexibilität
Anzeigen lassen sich schnell anpassen und optimieren. Gerade im Suchbereich (Suchanzeigen) brauchst du nur ein paar Headlines, Beschreibungen und evtl. die Keywords austauschen. Voila – schon hast du eine neue Anzeige erstellt, in wenigen Minuten.
4. Genaue Ansprache über Keywords
Das gilt zwar auch beim SEO Ranking, jedoch kannst du zusätzlich in den Search Terms bestimmte Interessen, Ausspielung und Intention der Keywords optimieren. So zum Beispiel die Match-Types.
5. Messbarkeit
Für die Google Ads Plattform stehen anders als für organische Rankings mehr Messmethoden zur Verfügung. Google selbst bietet mehrere Tools an (Google Tag Manager z.B.) mit dem man Conversion Tracking einrichten kann. Diese Tags können dann außerdem für Remarketing verwendet werden.
Nachteile von Google Ads
Neben den Vorteilen gibt's natürlich auch Nachteile ... wie das leider immer so ist.
1. Google Ads als Kostenblock
Unvermeidbar kommt Google Ads natürlich auf die Ausgabenliste deines Business. Mit dem 1. Klick angefangen kostet Google Ads Geld und braucht daher eine gewisse Cashflow Planung.
💡 Top-Tipp: Sammelt immer ca. 100 Datenpunkte – das entspricht in der Regel 50–100 € Google Ads Kosten pro Tag.
2. Niedrigere Glaubwürdigkeit als SEO Ergebnisse
Bei der Frage SEO oder Google Ads bietet sich neben den Kosten noch ein weiterer Nachteil. Denn Google Ads besitzt in der Regel eine niedrigere Glaubwürdigkeit als SEO Ergebnisse.
Mittlerweile klicken nur noch knapp <50 % aller Googler auf eine Anzeige. Entweder weil das Ergebnis oder die Frage schon beantwortet sind, oder eben einfach weil man die organischen Rankings bevorzugt.
3. Abhängigkeit von bezahltem Traffic
Habt ihr euch einen gewissen Traffic-Strom über Google Ads aufgebaut, sollte der natürlich auch vorhanden bleiben.
Habt ihr nur diesen einen Kanal, kann das aber schnell auf die andere Seite ausschlagen. Von „Juhu, ich habe einen funktionierenden Akquise-Kanal" → zu „Für jede Akquise muss ich Geld bezahlen" ist es manchmal nur ein schmaler Grat.
💡 Top-Tipp: Achtet daher auf eine gleichmäßige Verteilung eures Budgets in wichtige und stabile Keywords.
4. Komplexität
Wohingegen man bei SEO ein bisschen mit dem Ansatz „set-and-forget" zurechtkommen kann, gilt das bei Google Ads weniger. Google pusht viele Automatisierungen wie die automatischen Anzeigenempfehlungen, Gebotsstrategien, Kampagnentypen und ähnliches. Es ist komplexer, up-to-date zu bleiben.
SEO oder Google Ads – der Vergleich
So sehen die beiden Marketing Kanäle dann im Vergleich aus, wenn ihr euch die Frage stellt: „SEO oder Google Ads?"
| Kriterium | SEO | Google Ads |
|---|---|---|
| Kostenstruktur | Einmalige Aufwände, langfristig kostenloser Traffic | PPC Werbung (laufendes Budget) |
| Zeit bis Erfolg | Wochen bis Monate | Sofort |
| Langfristiger Effekt | Sehr nachhaltig | Abhängig von Budget |
| Flexibilität | Eingeschränkt durch Algo-Updates | Sehr hoch |
| Messbarkeit | Braucht Tools und Knowhow | Sauberes Conversion Tracking |
| Geeignet für | Markenaufbau, langfristige Traffic-Gestaltung | Sofortige Ergebnisse, kurzfristige Aktionen |
Für wen eignet sich SEO?
- Unternehmen mit begrenztem Werbe-Etat – Wenn du langfristige Ergebnisse erzielen möchtest ohne ständige Werbeausgaben, ist SEO vermutlich ideal.
- Branchen mit niedriger Konkurrenz – Hier kannst du mit vergleichsweise wenig Aufwand gute Platzierungen erreichen. Gerade mit einer sauberen Longtail-Strategie.
- Langfristiger Markenaufbau – SEO eignet sich, wenn du ein nachhaltiges Online-Marketing betreiben willst. Nicht nur bei Google sondern auch in anderen Generative AI Maschinen wie Perplexity und Co.
Für wen ist Google Ads geeignet?
Kurz zusammengefasst, für Unternehmen, die schnell was bewegen wollen:
- Hoher Wettbewerbsdruck
- Launch neuer Produkte
- Kurzfristig noch ein Ziel zu erreichen (Black Friday)


